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Gute Arbeit für Alleinerziehende
 
Daten und Fakten

In Deutschland sind etwa ein Fünftel aller Familien alleinerziehend. Im Jahr 2009 lebten in 8,2 Millionen Haushalten minderjährige Kinder, in 1,6 Millionen Haushalten lebten diese Kinder mit nur einem Elternteil. Die überwiegende Mehrzahl der Alleinerziehenden ist weiblich: knapp neun von zehn Alleinerziehenden in Deutschland sind Frauen.

Das Leben als alleinerziehender Elternteil ist in der Regel keine frei gewählte Lebensform. In 80 Prozent der Fälle ist sie die Folge einer Trennung von Lebens- oder Ehepartnerinnen und -Partnern. Ein Viertel der Alleinerziehenden wechselt nach maximal drei Jahren wieder aus diesem Status – meist indem sie einen neuen Partner oder eine neue Partnerin finden. Hinter der in der jährlichen Statistik annähernd gleich bleibenden Anzahl von Alleinerziehenden verbirgt sich folglich eine hohe Dynamik. Dauert die Phase des Alleinerziehens länger als drei Jahre, kommt es hingegen eher zu einer Statusverfestigung. Insgesamt machten Haushalte von Alleinerziehenden 2011 gut sechs Prozent aller Haushalte in Deutschland aus.

Fast zwei Drittel der Alleinerziehenden gehen einer Erwerbstätigkeit nach. Alleinerziehende Frauen sind mit etwa 60 Prozent genauso häufig erwerbstätig wie Mütter in Paarbeziehungen (Stand 2010). Die geringste Erwerbsquote unter den Alleinerziehenden weisen mit knapp 25 Prozent alleinerziehende Mütter mit mindestens einem Kind unter drei Jahren auf. Erwerbstätige alleinerziehende Mütter arbeiten häufiger in Vollzeit (42 Prozent) als Mütter in Paarbeziehungen (27 Prozent). Alleinerziehende Väter gehen sogar zu 72 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach; dies überwiegend in Vollzeit.

Trotz der vergleichsweise hohen Erwerbsquote von Alleinerziehenden bezieht die Zielgruppe überdurchschnittlich häufig staatliche Transferleistungen. Im Jahresdurchschnitt 2011 erhielten knapp 40 Prozent aller Alleinerziehenden im erwerbsfähigen Alter mit minderjährigen Kindern Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II. Paare mit Kindern waren im Vergleich nur zu rund acht Prozent auf SGB II-Leistungen angewiesen. Die Hilfequote bei Alleinerziehenden variierte dabei stark mit der Zahl der Kinder: Bei einem Kind lag sie bei rund 35 Prozent, bei zwei und mehr minderjährigen Kindern sogar bei knapp 50 Prozent. Auch zeigten sich regionale Unterschiede bei den Hilfequoten. 2011 war in Ostdeutschland die Hälfte der Alleinerziehenden im erwerbsfähigen Alter im SGB II-Leistungsbezug, in Westdeutschland waren es nur rund 37 Prozent.

Insgesamt war ein gutes Drittel der alleinerziehenden SGB II-Empfängerinnen und Empfänger 2011 erwerbstätig und zwar überwiegend in abhängiger Beschäftigung. Davon arbeitete etwa die eine Hälfte in sozialversicherungspflichtiger und die andere in ausschließlich geringfügiger Beschäftigung (Mini-Jobs). Der hohe Anteil der Alleinerziehenden, die arbeiten und trotzdem auf ergänzende SGB II-Leistungen angewiesen sind, lässt sich zum einen mit einer hohen Teilzeit- und Mini-Job-Quote erklären. Zum anderen wirkt sich die Abwesenheit eines zweiten Familieneinkommens aus. Jedoch waren in einer repräsentativen Umfrage von 2008 gut zwei von fünf berufstätigen Alleinerziehenden, welche ergänzend zu ihrem Erwerbseinkommen Transferleistungen wie Arbeitslosengeld II oder Kinderzuschlag erhielten, bereit, ihre Erwerbstätigkeit zeitlich auszudehnen. Unabhängig vom SGB II-Leistungsbezug suchten laut Mikrozensus 2009 nicht berufstätige alleinerziehende Frauen deutlich häufiger nach einer Arbeitsstelle als Frauen in Paarbeziehungen (37 Prozent zu 13 Prozent). Diese Ergebnisse weisen auf eine hohe Erwerbsmotivation von Alleinerziehenden hin.

Quellen