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Gute Arbeit für Alleinerziehende
 
Hintergrund

Die berufliche und persönliche Situation von hilfebedürftigen Alleinerziehenden stellt hinsichtlich der Integration in das Erwerbsleben und der sozialen Teilhabe besondere Herausforderungen an unsere Gesellschaft. Alleinerziehende machen fast ein Fünftel aller Familien mit Kindern unter 18 Jahren in Deutschland aus. Rund 41 Prozent der Alleinerziehenden-Haushalte in Deutschland beziehen Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Obwohl Alleinerziehende sogar häufiger einer Erwerbstätigkeit nachgehen als allein lebende Hilfeempfängerinnen und -empfänger, ist es für Alleinerziehende besonders schwierig, die Hilfebedürftigkeit zu überwinden.

Bewerbungsphase

Aus diesem Anlass wurde der ESF-Ideenwettbewerb „Gute Arbeit für Alleinerziehende“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ins Leben gerufen. Für die Bewerbung arbeiteten Träger der Grundsicherung (ARGEn/zugelassene kommunale Träger) mit anderen kommunalen oder gemeinnützigen Einrichtungen und freien Trägern, wie etwa der Kinder- und Jugendhilfe, Frauenberatungsstellen, Sozialverbänden und Bildungsträgern zusammen. Sie entwarfen Konzepte, die zur Aktivierung, zur Integration in Erwerbstätigkeit und zur sozialen und beschäftigungsbezogenen Stabilisierung von hilfebedürftigen Alleinerziehenden beitragen sollten.

Projektauswahl und Förderphase

Bei der Auftaktveranstaltung im September 2009 wurden auf Empfehlung einer Fachjury aus den 300 eingereichten Projekten 77 für die Förderung ausgewählt. Diese wurden mit insgesamt 60 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) und Bundesmitteln gefördert. Die Förderphase endete spätestens im Dezember 2012.

Die geförderten Projekte ergänzten und erweiterten die bereits bestehenden gesetzlichen Fördermöglichkeiten um spezifische Beratungs-, Qualifizierungs-, Vermittlungs- und Integrationsansätze für Alleinerziehende. Dazu gehören beispielsweise besondere sozialintegrative Beratungsansätze, Einzel- und Gruppencoachings oder spezielle Praktika in Unternehmen, die der Vielfalt der Lebenslagen und den spezifischen Bedürfnissen von Alleinerziehenden gerecht werden.

Erfolge

Im Rahmen der ESF-Jahreskonferenz im Oktober 2012 wurden die wichtigsten Ergebnisse des Programms festgehalten: So befanden sich 23 Prozent der Projektteilnehmerinnen sechs Monate nach Projektaustritt in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Der hohe Anteil an Geringqualifizierten und Alleinerziehenden ohne Berufsabschluss macht diese Quote zu einem großen Erfolg. Diese Zahl erklärt zudem die Bedeutung, die die Angebote zur Aktivierung sowie beruflichen Orientierung und Qualifizierung in den Projekten hatten.

Transfer

Nach dem dreijährigen Förderzeitraum stehen die Projektträger nun vor der wichtigen Aufgabe, gute Ansätze zu transferieren, sowie Wissen und Erfahrungen aus der Projektarbeit zu teilen.